[IP-OA_Forum] Forschungsbewertung in der Rechtswissenschaft - Lösungsansätze jenseits von Proxys


-- Bitte entschuldigen Sie Mehrfachempfang –

 

Liebe IPOA-Community,

seit Jahren wird intensiv eine die Debatte um Forschungsbewertung geführt – von DORA über das Leiden Manifesto bis zu CoARA und derStockholm Declaration. Was dabei häufig fehlt, ist der disziplinspezifische Blick. Die Rechtswissenschaft ist bislang kaum von bibliometrischen Bewertungslogiken erfasst – nicht aus Überzeugung, sondern vor allem mangels Datenbasis. Das ändert sich derzeit. Mit wachsender Metadatenverfügbarkeit steigt auch der Druck, Vergleichbarkeit herzustellen.

Gemeinsam mit Philipp Falkenburg habe ich deshalb einen Beitrag verfasst, der die Situation der Rechtswissenschaft in den Mittelpunkt stellt und zugleich einen Beitrag zur Diskussion um Diamond Open Access und disziplinspezifische Publikationsinfrastrukturen leisten möchte. In unserem Beitrag entwickeln wir die These, dass die Rechtswissenschaft derzeit an einem Scheideweg steht. Als Disziplin hat sie noch die Möglichkeit, Kriterien der Qualitätsbewertung über die Gestaltung von Rahmenbedingungen und Publikationsinfrastrukturen selbst zu formulieren.

Der Beitrag erscheint zunächst bewusst als Preprint auf dem Dokumentenserver des FID-Recht (IntRechtDok) sowie zur öffentlichen Diskussion vor der Printveröffentlichung auch bei PubPub.org. Wir freuen uns über Kommentare, Kritik und Rückmeldungen aus der Community. 

➡️ Lesefassung bei IntRechtDok:https://doi.org/10.17176/20260309-114602-0

👉 Annotierbar bei PubPub:https://openrewi.pubpub.org/pub/0i2lg8cs/draft?access=0dn9jpk9


Mit besten Grüßen 

Ellen Euler und Philipp Falkenburg

tl;dr 

Die zunehmende Orientierung der Forschungsbewertung an quantitativen Metriken erzeugt grundlegende Verzerrungen im Wissenschaftssystem. Während viele Disziplinen bereits stark von dieser Logik geprägt sind, ist die Rechtswissenschaft bislang nur begrenzt davon erfasst. Gerade daraus ergibt sich jedoch ein strategischer Vorteil: Die Rechtswissenschaft steht noch an einem Punkt, an dem sie die Einführung quantitativer Bewertungslogiken und die dafür nötigen Publikationsinfrastrukturen so gestalten kann, dass sie den epistemischen Anforderungen der Disziplin entspricht und zugleich eine belastbare Grundlage für Forschungsbewertung schafft. Sichtbarkeit und Auffindbarkeit rechtswissenschaftlicher Arbeiten lassen sich verbessern, ohne Bewertung auf quantitative Kennzahlen zu reduzieren. Der Beitrag entwickelt deshalb die These, dass die Disziplin nicht versuchen sollte, metrische Bewertungsverfahren zu adaptieren, sondern durch Infrastrukturinnovation Alternativen schaffen sollte. Auf dieser Grundlage skizziert der Beitrag die Perspektive auf eine wissenschaftsadäquate Publikationsinfrastruktur, die disziplinspezifische Anforderungen der Rechtswissenschaft berücksichtigt und zugleich Ausgangspunkt einer verantwortungsvoll gestalteten Forschungsbewertung sein kann. 




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Prof. Dr. jur. Ellen Euler, LL.M.
- Bibliothekswissenschaft -
Dekanin Fachbereich Informationswissenschaften | iw.fh-potsdam.de

Fachhochschule Potsdam | University of Applied Sciences
Kiepenheuerallee 5, 14469 Potsdam

Telefon +49 331 580-4500 

https://fh-potsdam.zoom.us/my/elleneuler 

https://orcid.org/0000-0002-8897-420X 
@elleneuler@openbiblio.social 

 

Wissenschaftliche Projektleitung Forschungsprojekte: 

 

KidRewi

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