[Sokrates] Lesetag zum Eurozentrismus in der Philosophiegeschichtsschreibung


Liebe Studierende, liebe Kolleg:innen,

 

wir möchten hiermit die Organisation eines Lesetages zum Thema Eurozentrismus in der Philosophiegeschichtsschreibung ankündigen. Das Treffen steht allen Interessierten offen und wird einer gemeinsamen Diskussion einer Auswahl von Texten zu diesem Thema gewidmet sein. 

 

Die Veranstaltung findet am 15. Juni im Raum KL 29/135 von 10 bis 16 Uhr statt.

 

Beschreibung

 

Ziel ist es, ein besseres Verständnis einer folgenreichen Wende in der europäischen Philosophiegeschichtsschreibung um 1800 zu gewinnen. In dieser Zeit verfestigt sich die Erzählung, Philosophie habe ihren eigentlichen Ursprung in der griechischen Antike, während außereuropäischen Traditionen der Status eigentlicher Philosophie abgesprochen wird. Diese Grenzziehung verbindet historiographische, anthropologische und rassifizierende Annahmen: Völker und Kulturräume werden nach ihrem vermeintlichen Verhältnis zu Vernunft, Abstraktionsvermögen, Freiheit und begrifflichem Denken eingeordnet; nicht-europäische Denktraditionen erscheinen dabei häufig nicht als Philosophie, sondern als Religion, Mythos, Weisheit oder bloße Vorstufe. 

 

Um diese Entwicklung zu untersuchen, lesen wir ausgewählte Texte von Kant und Hegel sowie neuere Arbeiten zur Entstehung des philosophischen Kanons, insbesondere von Peter K. J. Park (Africa, Asia, and the History of Philosophy) und Josh Platzky Miller und Lea Cantor („The Future of the History of Philosophy“). Im Mittelpunkt steht die Frage, mit welchen Begriffen europäische Philosophie ihr eigenes Selbstverständnis ausbildet – und wie dieses Selbstverständnis durch den Ausschluss, die Abwertung oder die Umdeutung außereuropäischer Traditionen stabilisiert wird.

 

Das Format wird Pre-Read sein. Wir planen vier Diskussionssitzungen im Laufe des Tages, jeweils eine Stunde lang, mit einem zu lesenden Text von ca. 10 Seiten pro Sitzung. Die Sitzungen werden durch eine kurze Einführung von etwa 10 Minuten durch eine:n der Organisierenden eröffnet, danach starten wir direkt in die Diskussion. Es sind keine Vorkenntnisse zum Thema oder zu den besprochenen Autor:innen erforderlich. Die Diskussion wird hauptsächlich auf Deutsch stattfinden, Beiträge auf Englisch sind jedoch ebenfalls willkommen. Auch eine teilweise Teilnahme ist möglich.

 

Programm

 

10.00-11.00 Kant, “Über Sinnlichkeit” aus den Anthropologie-Vorlesungen Mongrovius (1784/85), (V-Anth/Mron 25: 1229-1234) und „Kurzer Abriß einer Geschichte der Philosophie“ aus der Jäsche Logik (1800) (AA IX: 27-33)

Moderation: Elena Romano

 

11.15-12.15 Hegel, Auszug aus dem Berliner Kolleg 1825/26 (in: Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie, hrsg. von Garniron und Jaeschkel, S. 265-277)

Moderation: Daniel James

 

13.45 - 14.45 Peter K. J. Park, Einleitung von Africa, Asia, and the History of Philosophy (S. 1-9) 

Moderation: Hamid Taieb

 

15.00- 16.00 TBA

Moderation: Till Höppner

 

 

Teilnahme

 

Wenn Sie an diesem Lesetag teilnehmen möchten, melden Sie sich bitte bis spätestens Mittwoch, den 3. Juni, bei Elena Romano an: elena.romano@fu-berlin.de. Die Texte werden Ihnen am Donnerstag, den 4. Juni, zugesandt.

 

Wir danken Ihnen im Voraus für Ihr Interesse und stehen für Rückfragen jederzeit gerne zur Verfügung.

 

Im Namen des Organisationsteam,

Elena Romano

 

Organisationsteam

Till Höppner, Daniel James, Elena Romano, Hamid Taieb

 

 

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i. A. Henrietta Schiffer

 

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Telefon +49 30 838-65814