Re: [IP-OA_Forum] Purchase to Open - Aufruf zur "Mobilisierung" der Fachreferentinnen und Fachreferenten


Lieber Herr Putnings,

 

obwohl wir an der UB der FernUni in Hagen durchaus schon erfolgreiche Pledges hatten, bin auch ich noch nicht so recht mit der OA-Quote zufrieden.

Bibliotheksseitig habe ich ja auch ein klein bisschen meinen Anteil an der Entstehung von P2O und wie Sie zu recht schreiben, hat die GeSIG das Unterfangen von Anfang an unterstützt. Daher bin ich ebenfalls sehr an der Diskussion zu Ihren Fragen interessiert.

 

Wie Herr Rödel schreibt, ist wohl tatsächlich davon auszugehen, dass ein Großteil der P2O-Bücher von Autor*innen verfasst ist, die in irgendeiner Form steuermittelfinanziert sind. Also handelt es sich hier um eine strukturelle Frage und nicht um ein einzelnes Buch. Der Wissenschaftsrat hat 2022 in seinen Empfehlungen zur Transformation des wissenschaftlichen Publizierens zu OA immer wieder betont, die Wahl des Publikationsortes sei frei. So leid es uns allen, die wir Universitätsverlage oder auch nur Repositorien betreiben, tut: Wir können den Autor*innen keinen Anreiz bieten, der die Reputation eines renommierten Verlags übertrifft.

Daher halte ich die Bestrebung, diese Bücher dann wenigstens OA zu publizieren, durchaus für legitim.

 

Allerdings hat Herr Fingerhuth durchaus einen Punkt: CC BY sollte bei steuermittelfinanzierten Autor*innen die Norm sein. Aber da kommt es auch etwas auf die Einrichtungen an, die ja oftmals schon ihren Teil mitfinanzieren. Wenn da nicht von vornherein auf die Lizenz geachtet wird, bevor die Mittel zugesagt werden, geht’s schief. Die Erläuterungen der Verlage zu den einzelnen Lizenzen sind oftmals nicht die, die von bibliothekarischer  Seite gegeben werden.

 

Viele Grüße Susanne Göttker

 

 

Susanne Göttker


FernUniversität in Hagen
Universitätsbibliothek

 

Universitätsstraße 21, Gebäude 8
58097 Hagen

susanne.goettker@fernuni-hagen.de

www.fernuni-hagen.de

www.fernuni-hagen.de/bibliothek

 

 

 

Von: Rödel, Dr. Bodo <Roedel@bibb.de>
Gesendet: Dienstag, 25. August 2026 13:24
An: Expert*innenforum für die Informationsplattform Open Access (http://open-access.network/) <ipoa-forum@lists.fu-berlin.de>
Betreff: [Extern] Re: [IP-OA_Forum] Purchase to Open - Aufruf zur "Mobilisierung" der Fachreferentinnen und Fachreferenten

 

Lieber Herr Putnings,

 

vielen Dank für die Hinweise. Also die Gesamtkosten des Verlags werden mit 8156 EUR angegeben. 5600 EUR kommen aus „Fördermitteln“ – also vermutlich auch aus Mitteln der öffentlichen Hand. Und die GmbH mag nicht gewinnorientiert sein, trotzdem erzeugt sie Overheadkosten – zumindest hoffe ich, dass die drei Geschäftsführer nicht ganz umsonst arbeiten müssen. Vermutlich ist es ja auch kein Zufall, dass alle drei aus dem Buchhandel kommen.

 

Mein Punkt ist der: Ich habe überhaupt nichts gegen kleine mittelständische Verlage bzw. Mediendienstleister. Aber im Bereich des Open Access ist bis dato keine Geschäftsidee entstanden, die mich wirklich überzeugt, weil sie einen Mehrwert für AutorInnen und LeserInnen bietet. Warum 8.000 EUR ausgeben, wenn ich das Endresultat (Publikation ist OA verfügbar) auch für 0 EUR bekommen kann?

 

Das Autorinnen den Weg über den Verlag wählen liegt meines Erachtens an der Publikationstradition, denn das was Verlage ursprünglich als Mehrwert verkauft haben, eben das gedruckte Buch, scheint mit im Wissenschaftsbereich schon lange nicht mehr relevant zu sein.

 

Was das VET Repository anbelangt: wir können noch nicht alle zum VET Repository locken – aber wir arbeiten dran 😉

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Dr. Bodo Rödel

 

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Leiter der Stabsstelle  „Publikationen und wissenschaftliche Informationsdienste

Federal Institute for Vocational Education and Training (BIBB)

Head of Strategic Office “Publications and Scientific Information Services

Friedrich-Ebert-Allee 114-116

D‐53113 Bonn

Fon: +49 228 107 2411

Mobil: +49 15162819074

roedel@bibb.de

https://orcid.org/0000-0002-3649-0916

www.bibb.de

 

Von: Markus Putnings <markus.putnings@th-deg.de>
Gesendet: Dienstag, 25. August 2026 12:19
An: Expert*innenforum für die Informationsplattform Open Access (http://open-access.network/) <ipoa-forum@lists.fu-berlin.de>
Betreff: Re: [IP-OA_Forum] Purchase to Open - Aufruf zur "Mobilisierung" der Fachreferentinnen und Fachreferenten

 

Lieber Herr Dr. Rödel,

der Pledging Zielbetrag wäre bei dem von mir genannten Buch 2.520 EUR, nicht 8.000 EUR, und die P2O-Idee und -GmbH war bzw. ist nicht gewinnorientiert ausgerichtet und aus dem Enable!- und GeSIG-Umfeld entstanden - sie dient der Bündelung und Sichtbarmachung der P2O-Titel.

Und natürlich können bzw. sollten wir auch versuchen, unsere Leute auf Diamond-Open-Access-Strukturen bzw. Fachrepositorien zu lenken, sofern das gelingt. Ich sehe da keinen Widerspruch. Manche Autorinnen und Autoren wählen halt aber den Weg über Verlage, und hier erscheint mir dieses Modell deutlich sinnvoller, als z.B. deutschlandweit zig Einzel-E-Book-Käufe von Campuslizenzen parallel zu tätigen, ohne Folgenutzen (wie z.B. das unter einer CC-Lizenz frei zugängliche E-Book bei einem erfolgreichen Pledging). Soweit ich sehe, kooperiert ja auch das BIBB mit dem Verlag Barbara Budrich bzw. erwähnt unter https://www.bibb.de/de/206217.php den "Freikauf" von Publikationen in Kooperation mit Verlagen, und kann somit nicht alle Autorinnen und Autoren rein auf ihr VET Repository locken.

Herzliche Grüße
Markus Putnings

Beste Grüße
Dipl.-Wirt.-Inf. Markus Putnings
er/ihm; he/him

Leiter der Bibliothek
Bibliothek der Technischen Hochschule Deggendorf

Tel: +49 991 3615-700
Mail: markus.putnings@th-deg.de
Web: www.th-deg.de

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DIT - Deggendorf Institute of Technology

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Am 25.08.2026 um 11:42 schrieb Rödel, Dr. Bodo:

Lieber Herr Putnings,

 

vielen Dank für den Hinweis. Was ich an diesem Konstrukt nicht verstehe: Alle drei Urheberinnen arbeiten beim DIPF – wäre es da nicht naheliegend, die Texte einfach bei peDOCS zu veröffentlichen, um dann in den geeigneten Kanälen darauf zu verweisen? Warum muss man erst 8000 EUR an einen Verlag zahlen, damit alle die Texte lesen können?

 

Und die Plattform Purchase to open wird betrieben von einer GmbH, die also damit Geld verdient, Steuergelder einzusammeln, um ein Werk, dass vermutlich irgendwo auch mit steuermittelfinanzierten Stellen geschrieben wurde, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen….?

 

Also die 8000 EUR sollte man eher dafür verwenden verlagsunabhängige Infrastrukturen zu stärken – zumindest kann ich keinen echten Mehrwert erkennen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Dr. Bodo Rödel

 

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Leiter der Stabsstelle  „Publikationen und wissenschaftliche Informationsdienste

Federal Institute for Vocational Education and Training (BIBB)

Head of Strategic Office “Publications and Scientific Information Services

Friedrich-Ebert-Allee 114-116

D‐53113 Bonn

Fon: +49 228 107 2411

Mobil: +49 15162819074

roedel@bibb.de

https://orcid.org/0000-0002-3649-0916

www.bibb.de

 

Von: Markus Putnings <markus.putnings@th-deg.de>
Gesendet: Dienstag, 25. August 2026 11:14
An: Expert*innenforum für die Informationsplattform Open Access (http://open-access.network/) <ipoa-forum@lists.fu-berlin.de>
Betreff: [IP-OA_Forum] Purchase to Open - Aufruf zur "Mobilisierung" der Fachreferentinnen und Fachreferenten

 

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

wir haben jetzt an unserer Bibliothek schon einige Male bei Purchase to Open (P2O) "gepledged", leider kam es nie zur Open-Access-Freischaltung.

Aktuell haben wir z. B. für "Bidirektionaler Wissenstransfer in der Bildung" im wbv Verlag gepledged:
https://purchase-to-open.com/bidirektionaler-wissenstransfer-der-bildung/576

Selbst wenn man keinen Lehrstuhl für Bildungsforschung bzw.Pädagogik vor Ort hat, wäre das Thema doch für Universitäten und Hochschulen als Bildungseinrichtungen von Interesse:
dennoch bisher nur 5 Pledges von nötigen 15. Und die Pledging-Frist endet am 09.09.2026.

Der Pledging-Preis ist mit 168 EUR nicht wirklich teuer, wenn man ihn mit E-Book-Einzelkäufen (Ebsco, Springer, etc.) vergleicht. Dort ist man für eine Campuslizenz ja auch gleich bei ein paar hundert Euros - je Einrichtung. Hier könnte er anschließend Open Access gestellt werden! Und der Pledging Zielbetrag mit 2.520 EUR ist auch nicht überzogen, wenn man ihn mit handelsüblichen BPCs vergleicht.

Also woran liegt´s? Haben die Fachreferentinnen und Fachreferenten deutschlandweit das Thema verschlafen bzw. zu wenig mitbekommen? Müssen die Erwerbungs- und eMedien-Teams P2O besser am Schirm haben und die Fachreferentinnen und Fachreferenten daraufhin anstupsen? Können wir als Open-Access-Enthusiasten das machen? Falls ja, stupst gerne. Ich möchte jetzt endlich einmal einen erfolgreichen Pledge haben.

Viele Grüße
Markus Putnings

Beste Grüße
Dipl.-Wirt.-Inf. Markus Putnings
er/ihm; he/him

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