Lieber Herr Dr. Rödel,
auch da sind wir teilweise d´accord. Nach der Logik der
Geschäftsideen nur mit Mehrwert für AutorInnen und LeserInnen
wäre aber eigentlich _alles _abseits von Diamond Open Access (DOA)
und Repositorienveröffentlichungen "nicht überzeugend", da wir
hier z. B. auch bei Printkäufen und E-Lizenzierungen zigfach
parallel und redundant etwas aus Mittel der öffentlichen Hand
erwerben, das man - theoretisch - auch für 0 EUR bekommen könnte,
wenn die AutorInnen den DOA-Weg gehen würden.
Bis es soweit ist, fände ich es pragmatisch, mehrere Wege zu gehen
und die attraktiveren OA-Modelle zu unterstützen. Und wenn mehrere
Bibliotheken DACH-weit parallel 168 EUR in einen theoretischen
künftigen E-Book-Einzelkauf stecken oder in ein OA-Pledging, dann
fände ich letzteres mit Blick auf das Endergebnis sinnvoller.
Herzliche Grüße
Markus Putnings
Beste Grüße
Dipl.-Wirt.-Inf. Markus Putnings
_er/ihm; he/him_
Leiter der Bibliothek
Bibliothek der Technischen Hochschule Deggendorf
Tel: +49 991 3615-700
Mail: markus.putnings@th-deg.de
Web: www.th-deg.de [3]
THD - Technische Hochschule Deggendorf
DIT - Deggendorf Institute of Technology
Dieter-Görlitz-Platz-1, 94469 Deggendorf, Germany
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Am 25.08.2026 um 13:23 schrieb Rödel, Dr. Bodo:
Lieber Herr Putnings,
vielen Dank für die Hinweise. Also die Gesamtkosten des Verlags
werden mit 8156 EUR angegeben. 5600 EUR kommen aus
„Fördermitteln“ – also vermutlich auch aus Mitteln der
öffentlichen Hand. Und die GmbH mag nicht gewinnorientiert sein,
trotzdem erzeugt sie Overheadkosten – zumindest hoffe ich, dass
die drei Geschäftsführer nicht ganz umsonst arbeiten müssen.
Vermutlich ist es ja auch kein Zufall, dass alle drei aus dem
Buchhandel kommen.
Mein Punkt ist der: Ich habe überhaupt nichts gegen kleine
mittelständische Verlage bzw. Mediendienstleister. Aber im Bereich
des Open Access ist bis dato keine Geschäftsidee entstanden, die
mich wirklich überzeugt, weil sie einen Mehrwert für AutorInnen
und LeserInnen bietet. Warum 8.000 EUR ausgeben, wenn ich das
Endresultat (Publikation ist OA verfügbar) auch für 0 EUR bekommen
kann?
Das Autorinnen den Weg über den Verlag wählen liegt meines
Erachtens an der Publikationstradition, denn das was Verlage
ursprünglich als Mehrwert verkauft haben, eben das gedruckte Buch,
scheint mit im Wissenschaftsbereich schon lange nicht mehr relevant
zu sein.
Was das VET Repository anbelangt: wir können noch nicht alle zum
VET Repository locken – aber wir arbeiten dran 😉
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Bodo Rödel
Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Leiter der Stabsstelle „Publikationen und wissenschaftliche
Informationsdienste [4]“
Federal Institute for Vocational Education and Training (BIBB)
Head of Strategic Office “Publications and Scientific Information
Services [5]“
Friedrich-Ebert-Allee 114-116
D‐53113 Bonn
Fon: +49 228 107 2411
Mobil: +49 15162819074
roedel@bibb.de
https://orcid.org/0000-0002-3649-0916 [6]
www.bibb.de [7]
VON: Markus Putnings <markus.putnings@th-deg.de>
GESENDET: Dienstag, 25. August 2026 12:19
AN: Expert*innenforum für die Informationsplattform Open Access
(http://open-access.network/ [8]) <ipoa-forum@lists.fu-berlin.de>
BETREFF: Re: [IP-OA_Forum] Purchase to Open - Aufruf zur
"Mobilisierung" der Fachreferentinnen und Fachreferenten
Lieber Herr Dr. Rödel,
der Pledging Zielbetrag wäre bei dem von mir genannten Buch 2.520
EUR, nicht 8.000 EUR, und die P2O-Idee und -GmbH war bzw. ist nicht
gewinnorientiert ausgerichtet und aus dem Enable!- und GeSIG-Umfeld
entstanden - sie dient der Bündelung und Sichtbarmachung der
P2O-Titel.
Und _natürlich _können bzw. sollten wir auch versuchen, unsere
Leute auf Diamond-Open-Access-Strukturen bzw. Fachrepositorien zu
lenken, sofern das gelingt. Ich sehe da keinen Widerspruch. Manche
Autorinnen und Autoren wählen halt aber den Weg über Verlage, und
hier erscheint mir dieses Modell deutlich sinnvoller, als z.B.
deutschlandweit zig Einzel-E-Book-Käufe von Campuslizenzen parallel
zu tätigen, ohne Folgenutzen (wie z.B. das unter einer CC-Lizenz
frei zugängliche E-Book bei einem erfolgreichen Pledging). Soweit
ich sehe, kooperiert ja auch das BIBB mit dem Verlag Barbara Budrich
bzw. erwähnt unter https://www.bibb.de/de/206217.php [9] den
"Freikauf" von Publikationen in Kooperation mit Verlagen, und kann
somit nicht alle Autorinnen und Autoren rein auf ihr VET Repository
locken.
Herzliche Grüße
Markus Putnings
Beste Grüße
DIPL.-WIRT.-INF. MARKUS PUTNINGS
_er/ihm; he/him_
Leiter der Bibliothek
Bibliothek der Technischen Hochschule Deggendorf
Tel: +49 991 3615-700
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DIT - Deggendorf Institute of Technology
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Am 25.08.2026 um 11:42 schrieb Rödel, Dr. Bodo:
Lieber Herr Putnings,
vielen Dank für den Hinweis. Was ich an diesem Konstrukt nicht
verstehe: Alle drei Urheberinnen arbeiten beim DIPF – wäre es da
nicht naheliegend, die Texte einfach bei peDOCS zu veröffentlichen,
um dann in den geeigneten Kanälen darauf zu verweisen? Warum muss
man erst 8000 EUR an einen Verlag zahlen, damit alle die Texte lesen
können?
Und die Plattform Purchase to open wird betrieben von einer GmbH,
die also damit Geld verdient, Steuergelder einzusammeln, um ein
Werk, dass vermutlich irgendwo auch mit steuermittelfinanzierten
Stellen geschrieben wurde, der Öffentlichkeit zugänglich zu
machen….?
Also die 8000 EUR sollte man eher dafür verwenden
verlagsunabhängige Infrastrukturen zu stärken – zumindest kann
ich keinen echten Mehrwert erkennen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Bodo Rödel
Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Leiter der Stabsstelle „Publikationen und wissenschaftliche
Informationsdienste [4]“
Federal Institute for Vocational Education and Training (BIBB)
Head of Strategic Office “Publications and Scientific Information
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D‐53113 Bonn
Fon: +49 228 107 2411
Mobil: +49 15162819074
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https://orcid.org/0000-0002-3649-0916 [6]
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VON: Markus Putnings <markus.putnings@th-deg.de>
GESENDET: Dienstag, 25. August 2026 11:14
AN: Expert*innenforum für die Informationsplattform Open Access
(http://open-access.network/ [8]) <ipoa-forum@lists.fu-berlin.de>
BETREFF: [IP-OA_Forum] Purchase to Open - Aufruf zur
"Mobilisierung" der Fachreferentinnen und Fachreferenten
Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
wir haben jetzt an unserer Bibliothek schon einige Male bei
Purchase to Open (P2O) "gepledged", leider kam es nie zur
Open-Access-Freischaltung.
Aktuell haben wir z. B. für "Bidirektionaler Wissenstransfer in
der Bildung" im wbv Verlag gepledged:
[10]
Selbst wenn man _keinen _Lehrstuhl für Bildungsforschung
bzw.Pädagogik vor Ort hat, wäre das Thema doch für Universitäten
und Hochschulen als Bildungseinrichtungen von Interesse:
dennoch bisher nur 5 Pledges von nötigen 15. Und die
Pledging-Frist endet am 09.09.2026.
Der Pledging-Preis ist mit 168 EUR nicht wirklich teuer, wenn man
ihn mit E-Book-Einzelkäufen (Ebsco, Springer, etc.) vergleicht.
Dort ist man für eine Campuslizenz ja auch gleich bei ein paar
hundert Euros - je Einrichtung. Hier könnte er anschließend Open
Access gestellt werden! Und der Pledging Zielbetrag mit 2.520 EUR
ist auch nicht überzogen, wenn man ihn mit handelsüblichen BPCs
vergleicht.
Also woran liegt´s? Haben die Fachreferentinnen und Fachreferenten
deutschlandweit das Thema verschlafen bzw. zu wenig mitbekommen?
Müssen die Erwerbungs- und eMedien-Teams P2O besser am Schirm haben
und die Fachreferentinnen und Fachreferenten daraufhin anstupsen?
Können wir als Open-Access-Enthusiasten das machen? Falls ja,
stupst gerne. Ich möchte jetzt endlich einmal einen erfolgreichen
Pledge haben.
Viele Grüße
Markus Putnings
Beste Grüße
DIPL.-WIRT.-INF. MARKUS PUTNINGS
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